Geschichtstheorien. UTB Profile (Uni-Taschenbücher S)


 
Übersicht und Anregung
• • • •   (bewertet mit 4 von 5 Punkten)

Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    Rezension bezieht sich auf: Geschichtstheorien. UTB Profile (Uni-Taschenbücher S) (Broschiert) Kolmer stellt teils diachron, teils systematisch nach Schulen geordnet, die Entwicklung der wichtigsten Geschichtstheorien in Ansätzen - beginnend in der Antike; endend in der "Post-Post-Moderne" - vor. Häufig sind / waren diese Theorien allerdings Schöpfungen von Nichthistorikern (Kant, Hegel, Freud, diverse Soziologen wie Weber, Elias etc.). Als Geschichtstheorie(n) versteht er nicht die Wissenschaft in historischer Entwicklung und schon gar nicht die Methode der Historiker an sich, sondern die Reflexionen und das Nachdenken der Historiker / Philosophen ... über Geschichte unter folgenden leitenden Fragen:
- "Wie geschieht Geschichte Aus sich heraus? Durch Zufall?..."
- "Gibt es einen Anfang, ein Ende, ... Sinn, Ziel, Zweck?"
- "Wie kommt Geschichte zustande?"
- Gibt es Wahrheit und Realität in der Geschichte?
- Kann Wissen über die Geschichte gewonnen und mitgeteilt werden?
Die einzelnen Positionen zu diesen Fragen werden wie gesagt knapp umrissen und auf das Wesentliche beschränkt; es wird auch besonders auf deren bewussten Zusammenhänge bzw. Abgrenzungen voneinander hingewiesen. Das Zielpublikum" des Büchleins nach Eigenaussage des Autoren sind Studierende, insb. die der historischen Wissenschaften.

Als eine Verfehlung seiner eigenen Disziplin sieht der Autor, dass Arbeiten der Geschichtswissenschaft oftmals auf eine elaborierte Theorie verzichten; dass fälschlich häufig die Annahme vorherrsche, die Methode der Historiker sei schon theorie genug. Damit bezieht der Autor eine klare Position für eine "Theoriebedürftigkeit" der Geschichtswissenschaft und appelliert: "Wir sollten besser nicht hinter das Erreichte zurückfallen, ... gar den naiven Realismus pflegen. Geschichtswissenschaft als Legitimationswissenschaft ist vorbei, kommt besser auch nicht wieder. ... Das Selbstdenken ... in Fragen und Theorien weiter zu entwickeln, das vorhandene Analyseinstrumentarium auf sich und die Gesellschaft anzuwenden und lesbare Texte zu verfassen, bleiben die Aufgaben der Zunft der Historiker."
Insgesamt eine gelungene, knappe und lesbare Zusammentstellung mit einem klaren Plädoyer für die Rezeption und Entwicklung von Theorien - va. auch anderer Wissenschaftsdisziplinen - für die Geschichtswissenschaft. Die Verständlichkeit leidet etwas unter dem Bemühen, die Komplexität der vorgestellten Theorien zu reduzieren und dabei gleichzeitig hier u. da Verständnisschwierigkeiten aufzubauen - die natürlich immer auch abhängig vom Vorwissen des Lesers sind, daher vier Sterne.

Eine Rezension von Ein Kunde
vom 23. April 2009
Kundenrezensionen:
2. Übersicht und Anregung (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Kleiner Übersichtshelfer auch für den Laien
Zur Übersicht ...
 
Angebote zu
 ab 1 Euro!

Siehe auch folgende Artikel:
Lexikon Geschichtswissenschaft: Hundert GrundbegriffeTheorien und Methoden der Geschichtswissenscha...
Unsichere Geschichte: Zur Theorie historischer...
Lexikon Geschichtswissenschaft: Hundert Grundbe...
Einführung in das Geschichtsstudium
Der Sinn der Geschichte: Geschichtstheorien v...
Geschichtsphilosophie zur Einführung
Mehr zu  Geschichtswissenschaft,  Geschichtsphilosophie,  Geschichte allgemein
Home ...,    
,    Begleitseite ...
Herausgeber dieser Seite ist DomainLoc.com GmbH - Partner von

Copyright © DomainLoc.com GmbH (Impressum)