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| Der Mondmann von Jim Carrey
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| Rezensionen: | | > Milos Formans Film Der Mondmann beginnt mit einem Abspann. Andy Kaufman (Jim Carrey) rollt mit den Augen und verkündet im Tonfall Donald Ducks, ihm gefalle dieser Film nicht. Deshalb habe er einen Großteil der Szenen herausgeschnitten. Er legt eine verkratzte Schallplatte mit der Titelmelodie der Jugendserie Lassie auf, und unendlich viele Namen laufen über den Bildschirm. Dann knallt er den Deckel des Plattenspielers herunter und die Leinwand ist schwarz -- Sekunden, die wie Stunden erscheinen. Doch plötzlich taucht Kaufmanns verwundertes Gesicht am linken Bildschirmrand auf. "Sie sind ja noch da", feixt er. Da er die unliebsamen Zuschauer nun losgeworden sei, könne er es ja sagen. Der Film sei nämlich klasse!
Der US-Anarcho-Komiker Andy Kaufman narrte in den 70er-Jahren seine Fans mit besessener Hingabe. Kaufmann imitierte Elvis, schwieg ein Millionenpublikum, das Kalauer erwartete, minutenlang an, las verdutzten Studenten einen ganzen Roman von F. Scott Fitzgerald vor und catchte mit Frauen, die er zuvor mit chauvinistischen Sprüchen auf die Palme gebracht hatte. Für sein Publikum und seine Freunde blieb er bis an sein frühes Lebensende ein Buch mit sieben Siegeln. In Entertainment-Raubein Tony Clifton erfand er sich ein zweites Ego, um Dampf ablassen zu können. Tony erniedrigte sein Publikum, präsentierte ihm unsägliche Geschmacklosigkeiten und randalierte bei Castings. So werden in dieser sehr amerikanischen Filmbiografie das Publikum und das Set zum eigentlichen Hauptdarsteller. Kaufman ist nämlich, wie er selbst wiederholt beteuert, überhaupt nicht komisch. Doch wo der Spaß aufhört, beginnt für ihn der Humor. Durch gezielte Provokation und Simulation versteht er es immer wieder, das Publikum dazu zu bringen, sich die Show selbst zu liefern.
Oscarpreisträger Milos Forman (Einer flog über das Kuckucksnest, Amadeus) ist mit Der Mondmann eine intelligente und vielschichtige Parodie gelungen, die auf verschiedenen Ebenen funktioniert -- als Porträt eines schillernden Medienwesens ohne greifbare Persönlichkeit, als groteskes Verwirrspiel über die 70er-Jahre, das Fernsehen und seine Zuschauer. Wie immer Andy Kaufman tatsächlich gewesen sein mag, er hat in Jim Carrey (Die Truman Show) einen kongenialen Darsteller von Format gefunden, neben dem der ebenfalls brillante Danny DeVito beinahe verblasst. Und Forman zieht uns geschickt hinein in das Labyrinth des Andy Kaufman, in dem nichts ist wie es scheint, wo wir über die Leichtgläubigkeit eines Publikums lachen, in dessen Reihen wir selbst Platz genommen haben. --Frank Kukat > > | | | © 1998-2001 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften | |
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