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Volle Enttäuschung
• • • • • (bewertet mit 1 von 5 Punkten)
Rezension bezieht sich auf: Berufliche Auszeit (Altproduktion) (Taschenbuch) Gereizt hatte mich der Untertitel "So einfach ist der Ausstieg auf Zeit". Das eine Sternchen kann ich allerdings nur für's erste Kapitel geben: Aufklärung über das Bournout-Syndrom und die Entdeckung, dass ich darunter leide. Dann folgen 12 Seiten darüber, wie man es wohl dem Chef verpuhlt...ok, ein wenig überflogen; da ich selbständig bin, lese und warte ich geduldig auf das Kapitel der Finanzierungsmöglichkeiten. Als erstes wird die Ausnutzung des Arbeitslosengeldes angepriesen. Danach:"Aus Ihrem Wertguthaben beziehen Sie weiterhin ein monatliches Gehalt und überstehen so Ihre Auszeit problemlos." Dann endlich der Punkt, wenn man nicht zu den Millionären gehört: Sparen! "Wer über zwei Jahre monatlich 500¤ zur Seite legt, hat genug, um sich sechs Monate eine Auszeit zu nehmen." Aha! Als nächstes folgen Kostenreduzierungsbeispiele: Monika wird zitiert. Wieviel Geld man doch sparen kann, wenn man Wohnung kündigt und wieder bei Mama und Papa einzieht und alles Hab und Gut einfach verkauft. Dann folgt der Hinweis, wie teuer teures Essen gehen, Theater usw. ist. Und Lazslo wird zitiert: Er trennte sich von seinen Oldtimern (wenn ich nur EINEN davon hätte!) Lassen Sie Versicherungen ruhen, ok, das kann man prüfen. Kündigen Sie Abos und Mitgliedschaften. Als wenn ich das nicht schon immer wußte... Kaufen Sie nur noch das Nötigste... logisch. Gehen Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen, lassen Sie sich von Nachbarn und Bekannten rumkutschieren. Hä? Der einzig brauchbare Tip: Vermietung der Wohnung über Mitwohnzentrale. Auf die Gefahren dabei wird nicht hingewiesen, stattdessen sei es doch toll, wenn andere auch noch Schnee für einen schippen und die Blumen gießen...oder Rundfunk und Fernsehen abmelden sowie Strom ablesen lassen und Pauschale neu verhandeln, wenn Wohnung nicht untervermietet wird. Auto abmelden und verkaufen, ok, daran denkt man wohl auch schon vor so einem Buch. Und letztendlich "Jobs für Aussteiger", die mir aus einer billigen Frauenzeitschrift abgeschrieben vorkommen. Kapitel "allein oder zu zweit" hab ich ausgelassen. Dann wird von reiner Faulenzerei abgeraten und Lazslo kommt nochmal zu Wort: ein Häuschen in Ungarn gekauft. Mit dem Tipp, mal in seiner Jugend nach Kinderträumen zu kramen. Oder in einem fremden Beruf mittels Praktikum rein zu schnuppern (das finde ich mal ok, aber auch schon gewußt). Und letztendlich "konkrete Beispiele" von Personen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann: selbständige Übersetzerin, Auktionskoordinator / Event-Manager, Fernsehjounalistin, Maschinenbau-Techniker des Formel-I-Teams von BMW, Finanzvorstand eines T-Unternehmens. Wo ist die Einzelhandelskauffrau, die Sekretärin, der PC-Techniker...??? Dann eine Checkliste, die eher der inneren Selbstfindung dienen wird...vielleicht. Kapitel "Schluss mit dem Lotterleben" überflogen, da geht's schon um das danach, ich bin dem DAVOR noch keinem Schritt näher!!! (Da steht tatsächlich sowas wie "Trinken Sie viel Wasser statt Kaffee und essen Sie viel Obst und Gemüse!" So leicht läßt sich also mit einem Buch Geld verdienen!) Und ich soll nochmal drüber nachdenken, was ich in meinem Leben erreichen möchte, und was ich mir wünsche, was wohl andere an meinem Grab über mich sagen werden... "Wiedereinstieg in den Beruf" auch übersprungen. Jetzt frag ich mich, ob auf den letzten zwei Seiten "Adressen, die weiter helfen" wirklich was Sinnvolles zu finden ist...wenigstens ein paar Internetadressen dabei, die sich ja vielleicht mal anzusurfen lohnen. Bei den Büchertipps denke ich als erstes: Hätte ich bloß eines davon bestellt, als für diese 126 Seiten 12,90¤ auszugeben und frage mich, wofür der Garantie-Aufkleber auf DIESEM Buch ist!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 21. Januar 2003 | | |
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