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| Geschichte der römischen Literatur. (Broschiert) von Manfred Fuhrmann
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| Rezensionen: | | Was wären die Philologen doch froh, wenn sich der Beginn einer dichterischen Epoche immer so eindeutig bestimmen ließe wie im Fall der Literatur des alten Roms. Konkretes Geburtsjahr: 240 vor Christi Geburt, das Jahr, in dem ein aus Unteritalien stammender Freigelassener griechischer Herkunft namens Livius Andronicus seine ersten Tragödien und Komödien in der Kaiserstadt auf die Bühne brachte.
Diesem Jahr sprechen die Fachleute gemeinhin den Ursprung der römischen Literatur zu, und mit diesem epochalen Datum läßt auch Manfred Fuhrmann seine Literaturgeschichte der römischen Antike beginnen. Den zeitlichen Rahmen seiner Darstellung steckt der emeritierte klassische Philologe von der Universität Konstanz also durchaus konventionell ab. Sie endet ein gutes halbes Jahrtausend später, etwa um 250 n. Chr. Fuhrmann beschränkt sich also auf den Teil der lateinischen Literaturgeschichte, die sich unmittelbar auf Rom bezieht und durch Rom geprägt ist.
Im ersten des in insgesamt 8 Teile gegliederten Buchs führt er in lateinische Sprache ein, erläutert die Entfaltung der römischen Literatur nach dem Muster der griechischen, widmet sich aber auch der Stellung der römischen Schriftsteller im Alltag und dem antiken römischen Buchwesen überhaupt.
Dann folgen die Epochenkapitel zur Vorklassik, Klassik und Nachklassik und ihren Vertretern, jeweils mit kurzen biographischen Notizen und einer ausführlicheren Übersicht der Werke. Die Kommentare zur Wirkungsgeschichte der einzelnen Autoren beschränken sich aufs Wesentliche. Ebenso die Passagen zur Gattungsgeschichte der Lyrik, Prosa, Geschichtsschreibung, Rhetorik und kleineren Unterformen, die Fuhrmann leserfreundlich am Beispiel der aufgeführten Dichter festmacht. Weitschweifige Allgemeinheiten, für die das Buch ohnehin zu wenig Platz bietet, bleiben dem Leser erspart, und so leitet Fuhrmann den Leser dramaturgisch geschickt an den Ort seines Interesses. Die Großen der römischen Literatur -- Cicero, Vergil, Horaz, Ovid -- erhalten bei aller erfreulichen Knappheit trotzdem die ihnen gebührende Seitenzahl.
Fuhrmann geht es nicht um die Details, nicht um philologisches oder literarhistorisches Kleinklein. Seine römische Literaturgeschichte soll kein "Tatsachenspeicher" sein, sondern eine Einführung ins Ganze seines Fachs -- auch für Nicht-Fachleute. Auf so wenig Raum läßt sich kaum ein umfassenderes Kompendium zu den Dichtern des alten Rom vorstellen. Und wer, angeregt durch die Lektüre des edel gestalteten Bandes, tiefer schürfen will, dem dient Fuhrmann mit umfangreichen Literaturhinweisen. --Nikolaus Stemmer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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