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| Klavierkonzert Nr. 1 fis-Moll und Nr. 2 c-Moll von Krystian Zimerman Seiji Ozawa
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| Rezensionen: | | Rachmaninoffs Klavierkonzerte -- dem einen bescheren sie glückselige Hörerlebnisse, dem anderen sind sie ein anachronistisches Ärgernis; daran ändern auch neuere Erkenntnisse über die fundierten kompositorischen Qualitäten Rachmaninoffs leider nicht viel. Für brillante Pianisten sind die Stücke nach wie vor eine große Herausforderung, und kaum ein im romantischen Repertoire beheimateter Virtuose versucht sich nicht auch einmal auf diesem spektakulären Terrain.
So tat es für die Schallplatte auch Krystian Zimerman, allerdings schon vor längerer Zeit: Die Aufnahme desKlavierkonzerts Nr. 1stammt von 1997, die des Zweiten von 2000. Beide erscheinen jetzt erstmals, in beiden Fällen begleitet Seiji Ozawa mit dem Boston Symphony Orchestra, und er tut dies auf jenem gewohnt hohen Niveau, das er bereits mit den Berlinern beim Tschaikowsky-Konzert (gespielt von Arkadi Volodos) unter Beweis gestellt hat. Es ist eine glückliche Kombination aus einfühlsamer Aufmerksamkeit gegenüber dem Solisten und gleichzeitiger glühender Leidenschaft für den Orchesterpart, der Ozawa stets zu einem nicht nur verlässlichen, sondern kongenialen Partner für seine Solisten macht.
RachmaninoffsKlavierkonzert Nr. 1stand lange Zeit im Schatten der beiden folgenden Konzerte, aber in letzter Zeit bemühen sich Pianisten öfters auch um dieses ungestüm-brillante Meisterwerk, indem sie es mit einem der beiden bekannteren kombinieren (so etwa Nikolai Lugansky, der letztes Jahr Nr. 1 und Nr. 3 zusammen vorlegte). Zimermans Zugriff fesselt den Hörer nahezu in jedem Augenblick, denn seine stupende Technik ermöglicht ihm in den virtuosen Passagen eine glasklare, durchsichtige Spielweise mit oftmals sehr sparsamer Pedalbenutzung; in den lyrischen, ruhigeren Abschnitten profitiert er u. a. von seinen reichhaltigen Erfahrungen mit Chopins Klaviermusik, bei der er sich eine großartige Farbenpalette und eine sensibel-differenzierte Gestaltungsfähigkeit sowohl auf horizontaler Ebene wie auch in der Vertikalen (Gewichtung der Stimmen im Satz) erworben hat.
In der Solopassage am Beginn des zweiten Konzerts, so muss leicht einschränkend konstatiert werden, erreicht er nicht ganz das Gewicht und die Klanggewalt eines Swiatoslaw Richter, aber im Verlauf des Stücks nutzt er jede Gelegenheit, um dies durch Charme und filigrane Eleganz zu kompensieren.--Michael Wersin
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