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| Professionell lehren und lernen. Ein Praxisbuch für Universität und Schule.
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Auch Lehren muss erlernt werden
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Professionell lehren und lernen. Ein Praxisbuch für Universität und Schule. (Gebundene Ausgabe) "Alles schläft, einer spricht, das nennt man Hochschulunterricht". Dieser im Buch zitierte Graffito beschreibt eine Erfahrung, die wohl alle Hochschüler schon gemacht haben. Gute Lehre ist eben keine Selbstverständlichkeit, und doch gibt es immer noch Hochschullehrer, die der Ansicht sind, dass sie alles richtig machen und es allenfalls den mangelnden Fähigkeiten oder dem fehlenden Interesse ihrer Zuhörer zuzuschreiben ist, wenn die Veranstaltung zur Qual wird. Dabei wissen wir doch durch die Kommunikationswissenschaft, dass der Sender für die Botschaft verantwortlich ist, und nicht der Empfänger.
Und genau an dieser Stelle setzt das Buch an. Der Autor und seine Mitstreiter arbeiten seit Jahrzehnten an der Verbesserung der Hochschullehre und können daher mit Recht als hervorragende Experten auf diesem Gebiet bezeichnet werden. Sinnvollerweise erläutern sie in ihrem Buch daher auch zuerst, wie die Aufnahme von Informationen überhaupt funktioniert und welche Vermittlungsstrategien besonders erfolgreich sind. Daraus wird sofort ersichtlich, dass eine Überfütterung mit angeblich unverzichtbaren Daten absolut falsch ist, weil das menschliche Gehirn schlichtweg keine riesigen Mengen an (womöglich noch schlecht strukturierten) Informationen aufnehmen kann. Das logische Credo der Autoren ist daher: Wissensvermittlung muss sich an den Fähigkeiten und Lernwegen der Teilnehmer orientieren und darf nicht zur Selbstinszenierung der Lehrenden werden, denn dann ist sie nicht erfolgreich, sondern nur eine Verschwendung der Zeit aller Anwesenden. Den Dozenten wird deshalb z.B. empfohlen, sich bewusst zu machen, dass Frauen und Männer Informationen unterschiedlich aufnehmen und verarbeiten, und sich zu überlegen, wie man vom reinen Informationskonsum zur Interaktion mit den Lernenden und der Lernenden untereinander kommt - denn genau dann funktionieren Informationsaufnahme und -verarbeitung besonders gut. Wie das gehen kann, wird in dem Buch gezeigt.
Absolut lesenswert sind auch die kritischen Anmerkungen zum Einsatz elektronischer Präsentationen, zumal es immer noch Dozenten gibt, die sich zu wenig oder gar keine Gedanken über Sinnhaftigkeit und Zielführung beim Einsatz der Technik machen. Dies gilt z.B. für die Auswahl von Farben und Schriftgrößen oder die Anwendung von Animationen. Dabei sollte doch nicht die Technik im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen, sondern die Inhalte. Auch wenn das Postulat "form follows function" schon lange bekannt ist und bis heute nichts an seiner Gültigkeit verloren hat, ist diese Erkenntnis noch nicht in jedem Hörsaal angekommen.
Fazit: Sollten Sie als Hochschüler die oben beschriebenen Situationen nur zu gut kennen, empfehle ich Ihnen dieses Buch als Geburtstagsgeschenk für Ihren Dozenten. Dann haben Sie (hoffentlich) alle etwas davon.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. Februar 2007 | | |
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