| Die Regeln der Kunst (Broschiert) von Pierre Bourdieu
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Literatursoziologisches Manifest und gleichzeitig ein prototypisches Forschungsmodell
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Diese Monografie aus der Feder Bourdieus ist sein literatursoziologisches Vermächtnis. Dargestellt wird die Genese des literarischen Feldes in Frankreich unter Einbezug der zentralen These einer Strukturhomologie zwischen dem Raum der Stellungen der Autoren und dem diskursiven Raum der Werke. Anders als bei Luhmann oder Foucault wird das handelnde Subjekt nicht (mehr oder minder radikal) aus dem soziologischen Modell ausgeklammert oder wegtheoretisiert, sondern eine tragfähige Balance aus Subjektphilosophie und Strukturfunktionalismus angestrebt, für den Begriffe wie Habitus, Feld und Raum der Möglichkeiten zentral sind. Auch machtanalytisch präsentiert sich Bourdieus Werk gerüstet; jede soziologische Rekonstruktion literarischer Prozesse muss die individuelle wie kollektive Verfügbarkeit gesellschaftlicher Ressourcen angemessen berücksichtigen. Wer im Bereich des literatursoziologischen Diskurses auf der Höhe sein will, kommt an diesem epochalen Werk nicht vorbei.
Eine Rezension von Dominic Berlemann "flyerdommo"
vom 12. Oktober 2006
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