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Treibhäuser der Zukunft
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Nicht erst seit PISA und anderen Untersuchungen zeigen sich die Schwächen der deutschen Schulpolitik. Die bisherige Form der ?staatlichen Schulpädagogik" kann kaum noch eine langfristige sein. Man braucht aber nicht unbedingt nach Skandinavien und dessen erfolgreichen Schulsysteme zu gucken, um den Aufbruch zu erkennen, den deutsche Schulen nötig haben. Filmemacher Reinhard Kahl lässt den Zuschauer von "Treibhäuser der Zukunft" in einer fantastischen und hervorragenden - und wohl einmaligen - Dokumentation erleben, wie es Schulen in Deutschland gelingt, zu besonderen Lebensorten zu werden. Gezeigt wird das Leben, Arbeiten und Lernen an verschiedenen Schulen in der BRD - u.a. der Jenaplanschule in Jena, der Bodensee-Schule, der Max-Brauer-Schule in Hamburg, der Schule Borchshöhe in Bremen, der Montessori-Gesamtschule in Potsdam.
Allen Schulen gemeinsam ist, dass sie so genannte Ganztagesschulen sind. Gemeinsam ist ihnen auch das große Engagement der Lehrkräfte (Lehrer die lernen) und der Eltern. In fast allen Schulen sind die Gruppen jahrgangsübergreifend - Jüngere lernen von Älteren und umgekehrt. Dennoch findet jede Schule eine eigene Antwort auf die Frage nach neuen pädagogischen Wegen. Erstaunlich ist auch die Integrationsfähigkeit dieser Schulen für behinderte Kinder, die voll am Schulleben beteiligt sind. Diese Schulen sind nicht nur reine Wissensvermittlungsanstalten, sondern fast familiäre Einrichtungen in denen Kinder respektiert werden und sich wohl fühlen. Die Verschiedenheit der Kinder wird anerkannt und Gemeinschaft wird kultiviert. Kompetenz wird vermittelt und Ideen können gedeihen. Man nimmt sich Zeit. Das fördert nicht zuletzt die Leistungsbereitschaft. Die Schüler an diesen Schulen sind begeistert, sie sind begierig nach Wissen und gelebter Gemeinschaft. Verantwortung für sich und für andere übernehmen sind hier nicht nur leere Worthülsen.
Im Mittelpunkt dieser Pädagogik stehen das Kind und dessen Einmaligkeit. ?Jedes Kind ist für sich einmalig und existiert nicht noch mal auf der Welt. Da kann ich doch nicht morgens einen Einheitsbrei über die Kinder gießen". (Alfred Hinz, Rektor der Bodensee-Schule St. Martin in Friedrichshafen). Hinz warnt davor, eine Ganztagesschule so aufzubauen, dass sie lediglich eine verlängerte Halbtagesschule ist - ?bloß die Finger davon lassen".
"Kinder dürfen nicht beschämt werden, das ist ganz wichtig. Das als Lehrer zu lernen ist schon mal ein wichtiger Schritt, denn wir haben sehr viel Macht und wir können Schüler auf leichte Art und Weise beschämen, ohne dass uns daraus ein Nachteil erwächst". "Wir müssen erst mal eine respektvolle Lernumgebung schaffen, sonst können sie gar nichts lernen". (Schulleiterin Ulrike Kegler, Montessori-Schule Potsdam).
Ergänzt wird der Film durch interessante Interviews engagierter Pädagogen, Eltern, Schüler und Wissenschaftler. Was Reinhard Kahl in jahrelangen Recherchen und während seiner Bildungs-Reise quer durch Deutschland über Schulen hier und heute herausgefunden hat, ist in 115 spannenden Minuten verpackt. > > War diese Rezension für Sie hilfreich?
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
> Verführung zur Vision, 28. Juli 2005 >
Rezensentin/Rezensent:
"pfrahm" - alle meine Rezensionen ansehen
Der Film von Reinhard Kahl zeigt gelungene Ganztagesschulkonzepte in der Praxis. Er zeigt Beispiele von Schulen, die sich als Lebensraum für junge Menschen begreifen, wo Lernen durch Erleben und Erfahren möglich wird. Er zeigt Schulen, die in krassem Gegensatz zu den hierzulande üblichen Lernfabriken stehen, die die Individualität unserer Kinder, ihr So-Sein und damit ihre Würde achten.
Der Film von Reinhard Kahl zeigt Schule als &bdquovorbereitete Umgebung", in der man begonnen hat, die jungen Menschen ernst zu nehmen, auf ihre Freude und ihre Motivation am Lernen als Fundament zu bauen und Vertrauen in ihre Neugier und ihr natürliches Interesse zu entwickeln. Und dafür zu sorgen, dass ihnen dies alles über die Kindheit hinweg erhalten bleibt.
Er zeigt Schulen, die mit diesem Vertrauen Ernst machen und auf Noten verzichten, die auf Druck und Angsterzeugung verzichten, und damit Lernhürden beseitigen.
Die Verschiedenheit der Kinder wird nicht nur akzeptiert, sondern als Bereicherung erlebt. Kahl zeigt uns, dass solche Aussagen von Lehrern an den gezeigten Schulen nicht nur als Worthülsen in den Äther geblasen werden. Vielmehr werden vielerorts die herkömmlichen Jahrgangsklassenstrukturen aufgelöst, Schule kann mit Gewinn in altersgemischten Gruppen stattfinden.
Reinhard Kahls Film zeigt, dass von innen kommende Begeisterung (der Lehrer) ansteckend und entkrampfend wirken kann. Begeisterung wird nicht als Methode angewendet (sie erscheint innerhalb der gelungenen Beispiele noch nicht einmal als erwähnenswert). Doch als Zuschauer sehen wir den Funken überspringen und erkennen, was &bdquoechte" Lehrer von denen unterscheidet, die das Lehrersein &bdquonur" als Job sehen.
Kahl zeigt, wie die Schüler ein Stück Würde wiedergewinnen, wenn sich Schule von tayloristischen Lernfabriken zu einer Lebenswelt wandeln. Er zeigt, wie sich in den neuen Lernwelten auch Schlüsselqualifikationen entwickeln, die in der modernen Arbeitwelt dringend nachgefragt werden: Selbstmotivation, die Fähigkeit, sich selbstständig in neue Themengebiete einzuarbeiten, Team- und Kommunikationsfähigkeit und vieles andere mehr.
Er zeigt dies gegen die Ängste von Eltern und Lehrer, die kein Vertrauen darin haben, dass ihre Kinder lernen WOLLEN, und er zeigt dies gegen die Ängste von Eltern und Lehrer, die ihre Kinder angesichts der harten Anforderungen der Arbeitswelt scheitern sehen, wenn sie nicht nach dezidiert festgelegten Zeitplänen streng kontrollierbar jederzeit abfragbare und für jeden gleiche Inhalte lernen.
Der Film zeigt nicht, wie man von der Vision ins Handeln kommt. Er fordert daher die Kreativität all jener heraus, die sich zur Vision verführen lassen.
Fazit: Ein zurecht hochgelobter Film, der in jeder Schule gezeigt werden müsste. Ein sehenswerter Film für jeden, der sich eine lebenswerte Zukunft für junge Menschen hierzulande wünscht. Eine Zukunft, die heute beginnt. > > War diese Rezension für Sie hilfreich?
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37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
> Verführung zur Vision, 23. Juli 2005 >
Rezensentin/Rezensent:
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Der Film von Reinhard Kahl zeigt gelungene Ganztagesschulkonzepte in der Praxis. Er zeigt praktische Beispiele von Schulen, die sich als Lebensraum für junge Menschen begreifen, wo Lernen durch Erleben und Erfahren möglich wird. Er zeigt Schulen, die in krassem Gegensatz zu den hierzulande üblichen Lernfabriken stehen, die die Individualität unserer Kinder, ihr So-Sein und damit ihre Würde achten.
Der Film von Reinhard Kahl zeigt Schule als &bdquovorbereitete Umgebung", in der man begonnen hat, die jungen Menschen ernst zu nehmen, auf ihre Freude und ihre Motivation am Lernen als Fundament zu bauen und Vertrauen in ihre Neugier und ihr natürliches Interesse zu entwickeln. Und dafür zu sorgen, dass ihnen dies alles über die Kindheit hinweg erhalten bleibt.
Er zeigt Schulen, die mit diesem Vertrauen Ernst machen und AUF NOTEN VERZICHTEN, die auf Druck und Angsterzeugung verzichten, und damit Lernhürden beseitigen.
Die Verschiedenheit der Kinder wird nicht nur akzeptiert, sondern als Bereicherung erlebt. Kahl zeigt uns, dass solche Aussagen von Lehrern an den gezeigten Schulen nicht nur als Worthülsen in den Äther geblasen werden. Vielmehr werden vielerorts die herkömmlichen Jahrgangsklassenstrukturen aufgelöst, Schule kann mit Gewinn in altersgemischten Gruppen stattfinden.
Reinhard Kahls Film zeigt, dass von innen kommende Begeisterung (der Lehrer) ansteckend und entkrampfend wirken kann. Begeisterung wird nicht als Methode angewendet (sie erscheint innerhalb der gelungenen Beispiele noch nicht einmal als erwähnenswert). Doch als Zuschauer sehen wir den Funken überspringen und erkennen, was &bdquoechte" Lehrer von denen unterscheidet, die das Lehrersein &bdquonur" als Job sehen.
Kahl zeigt, wie die Schüler ein Stück WÜRDE WIEDERGEWINNEN, wenn sich Schule von tayloristischen Lernfabriken zu einer Lebenswelt wandeln. Er zeigt, wie sich in den neuen Lernwelten Schlüsselqualifikationen entwickeln, die in der modernen Arbeitwelt dringend nachgefragt werden: Selbstmotivation, die Fähigkeit, sich selbstständig in neue Themengebiete einzuarbeiten, Team- und Kommunikationsfähigkeit und vieles andere mehr.
Er zeigt dies gegen die Ängste von Eltern und Lehrer, die kein Vertrauen darin haben, dass ihre Kinder lernen WOLLEN, und er zeigt dies gegen die Ängste von Eltern und Lehrer, die ihre Kinder angesichts der harten Anforderungen der Arbeitswelt scheitern sehen, wenn sie nicht nach dezidiert festgelegten Zeitplänen streng kontrollierbar jederzeit abfragbare Inhalte lernen.
Der Film zeigt nicht, wie man von der Vision ins Handeln kommt. Er fordert daher die Kreativität all jener heraus, die sich zur Vision verführen lassen.
Fazit: Ein zurecht hochgelobter Film, in jeder Schule gezeigt werden müsste. Ein sehenswerter Film für jeden, der sich eine lebenswerte Zukunft für junge Menschen hierzulande wünscht. Eine Zukunft, die heute beginnt. > > War diese Rezension für Sie hilfreich?
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Eine Rezension von "hefe60"
vom 12. März 2006
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